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Ansprechpartner

Frau
Petra Danz

Tel:  03644/5017-0

Fax: 03644/5017-10

info[at]drk-apolda[dot]de

Lessinstraße 95

99510 Apolda

Beratung zu Mutter-Kind-Kuren

Wer hat Anspruch?

Jede Mutter und jeder Vater in Familienverantwortung hat Anspruch auf eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme (Mutter-/Vater-Kind-Kur). Seit dem 01. 07. 2007 sind Maßnahmen zur Muttervorsorge und zur Mutter-, bzw. Vater-Kind-Vorsorge eine Pflichtleistung der Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass die medizinische Notwendigkeit von einem Arzt oder einer Ärztin attestiert wird.
Wir empfehlen Ihnen, unsere DRK-Beratungsstelle schon vor dem Arztbesuch aufzusuchen. Hier nehmen wir uns Zeit für Sie und beraten Sie kostenlos. Wir besprechen mit Ihnen die Bedürfnisse, die sich aus Ihrer persönlichen Lebenssituation ergeben. Sie erhalten alle notwendigen Unterlagen, wie etwa Attestformulare, die der Arzt oder die Ärztin zur Beantragung benötigt. Nach Vorlage des Attestes übernehmen wir die Antragsstellung bei der Krankenkasse und helfen Ihnen im Fall einer Ablehnung bei der Formulierung des Widerspruchs.

Worüber informiert die Beratungsstelle?

Wir informieren Sie über Vorsorge- und Nachsorgeangebote im Rahmen der Familienarbeit und Gesundheitsförderung und über entsprechende Angebote. 
Wir sind Ihr Ansprechpartner für alle im Zusammenhang  mit der Maßnahme auftretenden Fragen, wie z.B. zu der jeweiligen Einrichtung, oder zur Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger für die Dauer des Aufenthaltes. Gerne übernehmen wir die Reservierung in einer geeigneten DRK-Einrichtung für Sie.

Rechtliche Grundlagen

Gemäß -§ 24 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) haben Versicherte Anspruch auf aus medizinischen Gründen erforderliche Vorsorgeleistungen, wenn diese notwendig sind,
-    um eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen,
-    einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung des Kindes entgegenzuwirken,
-    Krankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden
-    oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Die Leistung kann in Form einer Mutter-Kind-Maßnahme bzw. Vater-Kind-Maßnahme erbracht werden.

Medizinische Vorsorgeleistungen für Mütter und Väter sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Für diese gilt nach -§ 24 Abs. 1 S. 4 SGB V die Einschränkung nicht, dass stationäre Leistungen erst erbracht werden, wenn auf Vorsorge ausgerichtete ambulante Behandlungsmaßnahmen in einem anerkannten Kurort nicht ausreichen. Diese Regelung schließt geeignete ambulante Behandlungsmaßnahmen nicht von vornherein aus. Allerdings brauchen diese von Müttern bzw. Vätern nicht ausgeschöpft zu werden.

Leistungen nach -§ 24 SGB V verfolgen unter Berücksichtigung der geschlechterspezifischen Lebensumstände das Ziel den spezifischen Gesundheitsrisiken und ggf. bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern im Rahmen stationärer Vorsorgeleistungen durch eine ganzheitliche Therapie unter Einbeziehung psychologischer, psychosozialer und gesundheitsfördernder Hilfen entgegenzuwirken.

Maßgeblich für die Krankenkassen-Entscheidung für oder gegen eine Mutter-Kind-Maßnahme ist die Indikation der Mutter bzw. des Vaters. Kinder können in das Vorsorgekonzept des Elternteils mit einbezogen werden.

Es gelten die allgemeinen medizinischen Voraussetzungen für Vorsorgemaßnahmen:
-    Vorsorgebedürftigkeit
-    Vorsorgefähigkeit
-    realistische Vorsorgeziele
-    eine positive Vorsorgeprognose.

Es muss eine typische Gesundheitsstörung bei der Mutter bzw. dem Vater vorliegen, für deren Auftreten oder Verschlimmerung typische familienspezifische Kontextfaktoren mitverantwortlich sind.

Die Dauer der Maßnahme ist vom Gesetzgeber auf 21 Tage festgelegt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die entstehenden Kosten mit der Kostenbewilligung, abzüglich des gesetzlichen Eigenanteils von 10 Euro je Tag für die erwachsene Person. Der Eigenanteil ist vom Versicherten in der Kureinrichtung zu entrichten. Die Fahrkosten werden von den Krankenkassen erstattet, wiederum abzüglich eines gesetzlichen Eigenanteils von 10 % der Kosten, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro je Fahrt. Versicherte, die für das laufende Kalenderjahr von Zuzahlungen befreit sind, legen die Bestätigung hierfür im Kurhaus vor und zahlen keinen Eigenanteil.

Welches Kurhaus ist geeignet?

Die Auswahl der richtigen Kureinrichtung bestimmt maßgeblich den gesundheitlichen und nachhaltigen Kurerfolg.

Wir helfen Ihnen gern die richtige Kureinrichtung für sich zu finden.

Das Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten ist im Sozialgesetzbuch geregelt. Neben den Indikationen gibt es wichtige Kriterien für die Klinikwahl:
-    bestimmte Therapieformen,
-    Kuren zu  speziellen Indikationen,
-    besondere Angebote der Kinderbetreuung,
-    die Größe oder die Entfernung der Klinik.

Die Krankenkassen sind im Sinne ihrer Versicherten verpflichtet, solche Wünsche zu berücksichtigen, unterliegen allerdings dem Wirtschaftlichkeitsgebot.

Wer übernimmt die Kosten?

In der Regel übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten einer stationären Maßnahme.
Es verbleibt für Sie der gesetzliche Eigenanteil in Höhe von 10,00 Euro pro Kalendertag. Kinder müssen nichts zuzahlen. In Härtefällen beraten wir Sie über andere Finanzierungswege und Zuschussmöglichkeiten.

Der Antrag

Für die Beantragung Ihrer Mutter-Kind-Kur benötigen Sie ärztliche Atteste.

Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese Ihnen die Formulare zur Beantragung der Mutter-/Vater-Kind-Kur zuschickt. Manche Kassen bestehen auf eigenen Vordrucken. Lassen Sie sich nicht an den Rentenversicherungsträger verweisen. Mutter-/Vater-Kind-Vorsorge ist keine Leistung von LVA und BfA. Alternativ können Sie das entsprechende Formular in der Beratungsstelle erhalten.

Die Gültigkeit der ärztlichen Atteste ist auf 6 Monate begrenzt, gehen Sie also erst zum Arzt, wenn Sie die geplante Kur in näherer Zukunft antreten wollen. Bei Mutter-/Vater-Kind-Kuren muss die Mutter/der Vater in jedem Fall kurbedürftig sein. Das mitreisende Kind kann kurbedürftig sein oder es fährt als gesundes Begleitkind mit der Mutter/des Vaters mit. Bitten Sie den Kinderarzt das Ärztliche Attest für das Kind auch dann auszufüllen, wenn es selbst nicht kurbedürftig sein sollte.